Europas Krisen

Nationalstaaten statt Gemeinschaft - EU adieu?

Verteilung der EU-Gelder

Wenn sich die einzelnen Mitgliedsländer auf ihre nationalen Vorteile konzentrieren und Egoismus statt Gemeinschaft den Ton angibt: Was hält die Mitglieder dann in der EU? Ein Grund ist sicherlich die großzügige Förderung: Die finanziellen Zuschüsse aus dem EU-Haushalt, der für die Jahre 2014 bis 2020 von Parlament, Ministerrat und EU-Kommission bewilligt wurde, sind für viele Länder attraktiv.

Mit den Geldern aus Brüssel soll der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt in der EU gestärkt werden: Finanziert werden unter anderem der Ausbau der Schienen- und Breitbandnetze sowie Umwelt- und Bildungsprojekte in strukturschwachen Regionen. Zu den größten Profiteuren gehört Polen: 2014 flossen EU-Mittel in Höhe von über 17 Milliarden Euro hierher, eingezahlt hat das Land nur 3,53 Milliarden Euro.

Wer kriegt am meisten?Top-5-Länder, die am meisten Förderung aus dem EU-Haushalt bekommen (in Mrd. Euro)

Wer kriegt am meisten?
statista/Europäische Kommission, Stand 2014

Geht es also nur darum, möglichst viel Geld aus den EU-Töpfen herauszubekommen? Die Frage, ob sich mit der EU-Mitgliedschaft für einen Staat mehr finanzielle Vor- oder Nachteile verbinden, lässt sich nicht einfach klären. Geberländer wie Deutschland und Frankreich zahlen am meisten in den EU-Haushalt ein. Allerdings sagen die reinen Zahlungen nicht viel aus, ob ein Land nicht doch mehr gewinnt: Die Exportnation Deutschland profitiert wirtschaftlich enorm vom Binnenmarkt und dem engen wirtschaftlichen Austausch in der EU, der deutsche Motor in der Mitte von Europa läuft gut.

Wer zahlt am meisten?Top-5-Länder, die am meisten in den Haushalt der EU einzahlen (in Mrd. Euro)

Wer zahlt am meisten?
statista/Europäische Kommission, Stand 2014