Europas Krisen

Nationalstaaten statt Gemeinschaft - EU adieu?

Anfang als Gemeinschaft

In vielen Mitgliedsstaaten stehen einzelne Interessen im Vordergrund. Doch diese Einzelinteressen dienen nicht immer dem Wohle Europas und der Gemeinschaft. Immer mehr EU-Länder gehen eigene Wege. So sind die Sicherheitsbehörden der EU-Mitglieder auch nach den Anschlägen von Paris, Brüssel, Stockholm oder Berlin noch immer nicht ausreichend vernetzt. Bei der Umverteilung der Flüchtlinge in alle EU-Länder weigern sich 15 Länder, die Quotenregelung zu akzeptieren. Und einige Staaten haben damit begonnen, große Zaunbarrieren zu errichten, um sich abzuschotten: Europas Grenzen – von Stacheldraht umschlossen.

Dabei hat die EU mal ganz anders angefangen. Den Nationalismus wollten die Gründerväter um Konrad Adenauer, Robert Schuman, Jean Monnet oder Winston Churchill überwinden, sie träumten vom „Vereinigten Europa“: Ziel war es, nach der Hitler-Diktatur und dem Ende des zweiten Weltkrieges den Nationalismus und die Kriegstreiberei in Europa endgültig auszumerzen. 1951 entstand deshalb auch der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Besonders für Deutschland bot sich ein Neuanfang. Das sagt auch der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer: "Deutsche Politik ist immer europäische Politik gewesen", so Fischer.

Wer an Europa verzweifelt, der sollte die Soldatenfriedhöfe in Europa besuchen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am 3. März 2016