Europas Krisen

Nationalstaaten statt Gemeinschaft - EU adieu?

Anfang als Gemeinschaft

Die Europäische Union soll für Frieden und Freiheit stehen - und für Gemeinschaft. Gemeinsame Ziele und Werte wie Solidarität, Sicherheit oder Rechtsstaatlichkeit halten sie zusammen, die Förderung des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts sowie die Stärkung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts stehen als Aufgaben der Europäischen Union im Lissaboner Vertrag. Doch in vielen Mitgliedsstaaten stehen einzelne Interessen im Vordergrund. So weigern sich einige Mitglieder bei der Umverteilung der Flüchtlinge in alle EU-Länder die Quotenregelung zu akzeptieren. Stattdessen werden große Zaunbarrieren errichtet, um sich abzuschotten: Die Europäische Union – von Stacheldraht umschlossen.

Dabei hat die EU mal ganz anders angefangen. Den Nationalismus wollten die Gründerväter um Konrad Adenauer, Robert Schuman, Jean Monnet oder Winston Churchill überwinden, sie träumten vom „Vereinigten Europa“: Ziel war es, nach der Hitler-Diktatur und dem Ende des zweiten Weltkrieges den Nationalismus und die Kriegstreiberei in Europa endgültig auszumerzen. 1951 entstand deshalb auch der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Besonders für Deutschland bot sich ein Neuanfang. Das sagt auch der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer: "Deutsche Politik ist immer europäische Politik gewesen", so Fischer.

Wer an Europa verzweifelt, der sollte die Soldatenfriedhöfe in Europa besuchen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am 3. März 2016