Europas Krisen

Flüchtlinge – willkommen in Europa?

Gefährliche Wege

Trotz aller Warnungen: Im Sommer riskieren wieder viele Geflüchtete nach Europa zu gelangen - über die Mittelmeerroute, unter Lebensgefahr. Mit Menschen überladene Boote auf hoher See – ein mittlerweile vertrautes Bild. Und die traurige Gewissheit: Nicht jeder schafft es auf die europäische Seite. Die Migrationsrouten beispielsweise aus Syrien oder von Afrika aus verändern sich jedoch stetig und passen sich der politischen Strategie der EU-Länder an. So reisen nach den Grenzschließungen entlang der Balkanroute wieder mehr Menschen über das Mittelmeer - wie bereits in den letzten Sommern.

Zuvor waren viele unter anderem über die Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich nach Mitteleuropa gekommen. Der Weg über die Balkanländer ist jedoch seit März 2016 kaum mehr möglich: Mit Zäunen wurden die Grenzen dicht gemacht und die Menschen so an der Durchreise gehindert. Doch organisierte Schleuserbanden sind findig, wenn es um Alternativrouten geht. Um den Schleppern ihr Geschäft zu zerstören, patrouilliert deshalb seit einigen Wochen auch die Nato mit Schiffen in der Ägäis, hier liegen oft weniger als zehn Kilometer zwischen der Türkei und der EU.

Auch zwischen Libyen und Italien haben Schlepper Alternativ-Routen auf dem Mittelmeer ausgemacht. Der Seeweg ist gefährlich. Zahlen zu den vermissten Migranten, die im Mittelmeer ertrunken sind, hat die Organisation IOM Missing Migrants nach Augenzeugenberichten, Schätzungen und offiziellen Daten zusammengetragen. Immer öfter ist Libyen der Ausgangspunkt überwiegend für Afrikaner, die in die EU wollen. Die EU hat deshalb mit mehreren Staaten in Afrika und dem Nahen Osten Abkommen geschlossen.

Darin verpflichten sich diese Drittstaaten, Asylsuchende an der Weiterreise zu hindern oder abgelehnte Asylbewerber zurückzunehmen – und erhalten dafür Geld von der EU. Diese will Hilfsgelder bereitstellen, damit dort Grenzen besser gesichert, Asylunterkünfte gebaut, Maßnahmen gegen Menschenschmuggel finanziert und Investitionen angekurbelt werden. Ziel der geplanten EU-Maßnahmen sei „ein Rückgang der irregulären Migration nach Europa“, sagt die EU-Kommission.