Europas Krisen

Flüchtlinge - willkommen in Europa?

Flucht aus Krisengebieten

Die meisten Flüchtlinge kommen derzeit aus Syrien. 2014 hat es Afghanistan als das Land, aus dem weltweit am häufigsten die Menschen fliehen, abgelöst. Seit 2011 gibt es in Syrien einen bewaffneten Konflikt: Die Regierung von Staatschef Bashar al-Assad kämpft gegen die Terrormiliz IS, Assads Regierungsstil ist aber auch geprägt von Gewalt gegen das eigene Volk.

Seit 2015 fliegt auch Russland als Verbündeter an der Seite von Assad Luftangriffe, um den IS-Terror zu bekämpfen. Gründe, Syrien zu verlassen, gibt es also genug: Im Bürgerkrieg werden Wohngebiete, Schulen oder Krankenhäuser bombardiert. Zivilisten werden verletzt oder getötet, die ärztliche Versorgung ist schwierig, Lebensmittel werden knapp.

Nur ein relativ kleiner Teil der weltweiten Flüchtlinge macht sich auf nach Europa. Stattdessen fliehen viele zunächst einmal in die Nachbarländer, die dann die Flüchtlinge aufnehmen und provisorisch unterbringen. Ganz vorn dabei: die Türkei. Allein über eine Million Syrer wurden hier im Laufe des Jahres 2015 registriert. Auch Pakistan nimmt viele Flüchtlinge auf, hauptsächlich aus Afghanistan, und im Libanon leben mittlerweile ebenfalls über eine Million Flüchtlinge.

Unter den Aufnahmeländern, die den meisten Flüchtlingen Schutz geben, ist kein europäisches Land. Von der Türkei aus versuchen jedoch viele Flüchtlinge weiterzureisen, um in die EU zu gelangen. Denn von hier aus ist der Weg an die griechische Küste – und damit in ein EU-Land - nicht weit.

Wenn ein Kontinent wie Europa mit seinen 500 Millionen Menschen noch nicht einmal eine Million Syrer aufgenommen hat, dann ist dieser Beitrag bei unserem Wohlstand und unseren Lebensverhältnissen nicht zu hoch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in der „Südwest Presse“ am 01. März 2016